Über Dankbarkeit…

Ihr Lieben,

gar nicht so lange ist mein letzter Blogeintrag nun her – der aufmerksame Leser kann sich sicherlich erinnern 🙂

Aber dieser Eintrag hier schlummert schon seit längerem.
Das Thema heute ist „DANKBARKEIT“.

„Dankbare Menschen sind glücklicher, weniger depressiv, weniger unter Stress und zufriedener mit ihrem Leben und ihren sozialen Beziehungen.[19][22][23] Dankbare Menschen haben auch ihre Umgebung, ihr persönliches Wachstum, ihren Lebenssinn und ihr Selbstwertgefühl besser unter Kontrolle.[24] Dankbare Menschen haben mehr positive Möglichkeiten mit den Schwierigkeiten in ihrem Leben umzugehen, bitten andere Menschen wahrscheinlicher um Unterstützung, wachsen anhand dieser Erfahrung und verwenden mehr Zeit, um zu planen, wie sie mit dem jeweiligen Problem umgehen sollen.[25] Dankbare Menschen haben auch weniger negative Bewältigungsstrategien, versuchen weniger leicht, das jeweilige Problem zu vermeiden oder wegzudefinieren, sie suchen Schuld weniger bei sich selbst oder bewältigen das Problem weniger durch Drogengebrauch.[25] Dankbare Menschen schlafen besser, vermutlich weil sie weniger negative, mehr positive Gedanken vor dem Einschlafen haben.“

Das alles sagt uns Wikipedia 🙏

Nun wäre ich ja nicht ich, wenn ich nicht eigentlich einen ganz anderen, aber doch ähnlichen Blogeintrag schreiben wollte. Denn ich wollte meinen Blogeintrag schon zuerst „eine Ode an mein Immunsystem“ nennen – es wird in diese Richtung gehen :).

Es ist mir nach den jüngsten Ereignissen  noch mehr ein Anliegen, ein Loblied auf meine „andere“ Gesundheit zu singen. Nein, ich werde hier nun nicht die schiefesten Töne zum Besten geben, das gibt das geschriebene Wort leider nicht her. Aber ich habe schon längere Zeit den Gedanken, mich einfach mal bei diesem Ding namens Immunsystem zu bedanken. Das sogar ganz ernsthaft und ohne Jux.

Denn mein Immunsystem startete in jungen Jahren schon den Angriff auf meine Bauchspeicheldrüse und ich wurde somit innerhalb kurzer Zeit im Alter von 5 Jahren zum juvenilen insulinpflichtigen Typ1-Diabetiker. Die Ärzte können sich bis heute die Entstehung eines Typ1-Diabetes nicht erklären, wohl aber die Entstehung des Typ2. Der grundlegende Unterschied ist, dass bei dem Typ1 die Bauchspeicheldrüse kaum bis kein Insulin mehr produziert. Das ist das Hormon, dass im Stoffwechsel dafür sorgt, dass in der Leber die bei der vorherigen Mahlzeit zu sich genommenen Kohlehydrate ordentlich zerteilt verarbeitet und quasi abgebaut werden. Somit also der Gegenspieler der aufgenommenen Energie.

Bei dem Typ2-Diabetes wird noch Insulin produziert, das aber zu langsam und träge und kann somit mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und evtl. Tabletten behandelt werden.

Das war aber bei mir nicht der Fall. Die Diabetestherapie sah vor, dass man mit zwei verschiedenen Insulinen arbeitet.

– ein „Langzeitinsulin“, das morgens gespritzt wurde und für den ganzen Tag den grundlegenden Bedarf decken sollte, und
– ein „Normalinsulin“, das eine kürzere Wirkdauer hatte und eine gewisse Zeit vor den Mahlzeiten gespritzt werden musste.

Alles in das Unterhautfettgewebe: Bauch, Beine (also Oberschenkel) oder Po.

Und dazu musste regelmäßig der Blutzucker gemessen werden. Durch einen Pieks in die Fingerkuppe wurde ein Blutstropfen auf den Teststreifen getropft und erst nach 2 Minuten wusste ich meinen aktuellen Blutzuckerwert.

Man kann sich vorstellen, dass das für ein Kind und dessen Eltern alles andere als schön und angenehm war. Und dazu noch die unqualifizierten Kommentare mancher Dorfmitbewohner 🙄 „das hast jetzt davon, dass du immer Sahnebonbons genascht hast“ – und das ausgerechnet von derjenigen, die immer alle Kinder mit Bonbons versorgt hatte, die an ihrem Garten vorbei liefen (und das taten alle Kinder natürlich absichtlich öfters, weil sie ja wussten, da sind Bonbons zu bekommen 😅🤷‍♀️).

Jedenfalls war es im Kindesalter nicht einfach mit dem Diabetes. Bei Geburtstagsfeiern meiner Freunde hatte ich immer mein eigenes vorab abgemessenes Essen dabei, denn man konnte früher nicht „einfach so“ ein Kuchenstück genau abschätzen und wusste ja auch nicht, mit welchem Rezept dieser Kuchen gebacken wurde und wo sich in welcher Höhe die Kohlehydrate verstecken.

Eine Über- oder Unterzuckerung wollte niemand riskieren. Für meine Eltern war das auch eine sehr schwierige Situation, da es keine Selbsthilfegruppe oder ähnliches gab, wo man sich von anderen Eltern mit Typ1DiabetesKindern Anregungen hätte holen können – ein Erfahrungsaustausch fand somit nur hauptsächlich mit dem Kinderarzt statt bzw. dann mit der Mutter meiner „ältesten“ (damals noch Brief-)Freundin.

Wir lernten uns bei einer „Kur für diabetische Kinder und Jugendliche“ kennen und unsere Mütter haben damals für uns erst noch den Kontakt gehalten, bis wir uns dann selbst Briefe schrieben und uns gegenseitig besucht haben.

Einziger Nachteil: unterschiedliche Ferienzeiten zwischen Bayern und Schleswig-Holstein. Die haben sich jeweils nur für 1 Woche überschnitten und die wurde voll ausgenutzt! 👍🏻☺️ Jedenfalls waren das einfach noch ganz andere Zeiten im Gegensatz zu heute.

Erst kürzlich habe ich in Berlin Kathy und Mandy kennen gelernt.
Beides Mütter mit Kindern, die Diabetes haben. Sie kümmern sich und haben die Webseite https://kinder-mit-typ1-diabetes.net ins Leben gerufen.
Ich bin so dankbar dafür, dass heutige Eltern es um ein Vieles leichter haben, sich Infos anzulesen, zu sehen, wie andere Familien das so wuppen und vielleicht auch persönlich sich einen Rat holen können.

Natürlich ist jeder Mensch und besonders jedes Kind anders. Und natürlich muss bei B nicht genau das funktionieren, was bei A funktioniert. Aber das Gefühl zu haben, halbwegs aufgefangen zu werden, ist äußerst wertvoll!

Ich hatte das später in meiner Kindheit auch. Mein Diabetologe fragte mich, ob ich denn daran interessiert wäre, mich mit anderen diabetischen Kindern und Jugendlichen auszutauschen. Klar hatte ich Interesse 🙂 Man muss dazu sagen, dass dies in einer Zeit war, als es gerade erst so richtig anfing, mit diesem ominösen Internet, das noch kein wirkliches war. Es musste ein Modem angeschafft werden, man musste sich einwählen und konnte dann quasi in Kommandos kommunizieren. Alles noch nicht so schick, wie heute, aber für mich war das schon ein riesen Ding, das „Projekt-D„. Das tollste daran war, dass wir uns je nach Wohnortnähe auch öfter getroffen haben (okay, 2-3mal im Jahr).

So war ich z.b. mal zum Besuch eines Bayern-3-Festivals bei meiner Freundin Barbara, die in der Nähe von München wohnt. Dort hatte ich meine erste und einzige fetzen Hyperglykämie, also ein extremer Überzucker, der schlimmstenfalls lebensbedrohlich enden kann. Klar, ich hatte meine Werte nicht im Griff, hab gedacht „ach das passt schon“ und naja… war nicht so schön 😦

Aber das hat uns irgendwie so zusammengeschweißt! Und auch wenn wir uns eine zeitlang dazwischen nicht gesehen hatten, kommt das nun wieder häufiger vor.
Z.B. beim Wings-For-Life-Run 🙂 Und da kommen wir passenderweise wieder zum Thema Dankbarkeit.

Nun heißt mein Blog ja nicht Chronischhoch3, wenn es sich nur um den Diabetes drehen würde. Bei mir kam dann in 2002 noch eine weitere Diagnose dazu, die an sich eher mal nicht so wirklich besorgniserregend war – im täglichen Leben aber auch einfach quasi mit abgehandelt werden muss(te). Hashimoto, eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Moment.. eine Autoimmunreaktion, ähnlich dem Diabetes.
Man könnte meinen, ich kann mich selbst nicht leiden? Naja.. zuweilen mag das zutreffen. Manchmal habe ich schon Launen, da mag ich mich wirklich nicht so gut leiden. Aber deshalb selber gegen mich vorgehen? Nee…. viel zu anstrengend 🙂

Das war nun also das nächste Brett, für mich aber mit einer morgendlichen Tablette gut behandelbar. Der Diabetes brauchte da immer eine größere Aufmerksamkeit.

Kommen wir nun also zu Nummer 3, die MS (Multiple Sklerose, viele Entzündungen).
Moment – ist nicht meine Schilddrüse schon chronisch entzündet? Und ist nicht auch der Diabetes eine Autoimmunerkrankung? JA, richtig, volle Punktzahl!

Die MS bekam ich diagnostiziert, als ich gerade den schönsten Tag meines Lebens hinter mir hatte. Meine Hochzeit. Sicherlich hatte ich davor und danach auch schon viele schöne Tage, aber das ist ein Klischee, mit dem ich nun gerade mal spielen mag.
Denn in echt war der Tag zwar wirklich superschön (und natürlich perfekt geplant, was sonst), aber so wirklich bewusst habe ich die Hochzeit nicht erlebt.
Zum einen habe ich (wie passend) auf dem linken Auge wie durch einen weißen Schleier gesehen. Die kortisonhaltigen Augentropfen, die mir die Augenärztin vorher mitgegeben hatte, wirkten eher so lálá.

Ich erinnere mich, dass ich in der Kirche sogar fast mein Ehegelübde vergessen hatte, das ich gleichzeitig mit meinem Mann sprach. War es die Nervosität? Der Blutzuckerspiegel? Die Aufregung? Wer weiß…. Ich hing mit den Augen an den Lippen meines Mannes und irgendwie haben wir es doch hingebracht 🙂

Dann hieß es am Montag drauf erstmal „geh mal ins Krankenhaus und lass ein MRT machen“. Ja hätte mir mal einer zu dem Zeitpunkt erzählt, was ein MRT ist und was man da sonst noch so für tolle Untersuchungen anstellt.. ich wäre vermutlich nicht so naiv gewesen zu denken „ach das geht ja schnell.. wir können dann noch schön irgendwo mittag essen gehen“. Nee, es hieß „Sie dürfen gleich hierbleiben“. Ich fand mich dann in einem Krankenzimmer wieder, mir wurde Kortison intravenös verabreicht und ich wusste gar nicht, was um mich herum geschieht und was das alles soll.

2 Tage später kam dann der Oberarzt, redete etwas von MS und dass ich doch sicherlich schon mit der MS-Schwester gesprochen hätte (wer? wie? was? oder auch: Häääää????) und ich hab gar nix mehr gecheckt. Erst im Anschluss bekam ich mit, was diese 2 Buchstaben überhaupt bedeuten. Nämlich (mal wieder) eine entzündliche Krankheit, bei der die T-Zellen des Immunsystems verrückt spielen und das eigene Nervengewebe angreifen.

Ja danke auch 😦 Reicht es nicht schon, was ich so schon alles mit mir herumschleppe?
Das war keine wirklich einfache Zeit für mich.. aber noch schlimmer war es, meiner Schwester davon zu erzählen. Immerhin – ich wusste, dass sie eine Freundin hat mit MS, aber ich wusste nicht, wie es ihr in dem Moment geht. Und das hat mich noch mehr fertig gemacht, weil ich dachte „wenn es der Freundin grad schlecht geht, wie sehr macht sich meine Schwester dann Sorgen um mich? Oder geht es ihr grad gut? Das wäre dann um ein Vielfaches leichter…“

Aber auch das haben wir hinbekommen. Und meine wichtigste Stütze bei allem war und ist seitdem mein Mann. Denn anstelle schreiend davon zu laufen, hat er sich neben mich aufs Bett gesetzt und gesagt „hey… wir schaffen das!“

Das ist nun 12 Jahre her und in dieser Zeit ist so viel passiert. Wir haben einen gesunden, fidelen Sohn bekommen und viel erlebt.

Seit ich etwa 2 Jahre nach der MS-Diagnose angefangen habe, mein Leben genauer anzuschauen und festzustellen „hey.. warum stresst Du Dich selbst eigentlich so? Was soll das?“ und dann natürlich auch Dinge geändert habe, erlebe ich mein Leben viel mehr als Geschenk, als ich das noch viele Jahre vorher konnte.

Denn es ist in den meisten Fällen so, dass viele Dinge gar nicht aufregenswert sind, wenn man selbst kein Drama draus macht. Meint: manchmal tut es einem besonders gut, über Dinge zu lachen, anstelle sich zu grämen.

Das ist aber keine leichte Übung und es ist wie beim Sport auch. Ein Muskel braucht viel länger, bis er stark wird, aber ist umso schneller wieder schwächer, wenn er nicht gefordert und weiterhin trainiert wird. Und auch hier komme ich wieder zum Thema Dankbarkeit und somit schließt sich der Kreis.

Ich bin total dankbar, dass ich das 2. Mal den WingsForLifeWorldRun mitlaufen konnte und dass mein Körper da so gut mitgemacht hat. Den Trainingslauf dafür konnte ich bei der Gesundheitsmesse in Bindlach erledigen, als ich hauptsächlich mit Steffi in Sachen MS unterwegs gewesen war.
Ich habe auf vielen Ebenen so tolle Menschen kennen lernen dürfen, die ich sonst gar nicht kennen würde. Sie alle aufzuzählen würde hier völlig den Rahmen sprengen.
Aber was ich sagen kann, ist: meine Krankheiten bzw. Handicaps haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und haben mich so viel lernen lassen vom Leben, aber auch von den Menschen, die mich begleiten oder die ich begleite,

Denn das erfüllt mich: anderen zu helfen und Gutes zu tun – weil ich hoffe, dass jemand anderes es vielleicht später auch mal gut mit mir meint, falls ich mal nicht mehr so kann, wie aktuell. Die Zukunft ist ungewiss, die Vergangenheit ist vergangen – wir können nur die Gegenwart beeinflussen.

Und darum rate ich immer gerne jedem, der es hören mag oder auch nicht:
„Tu, was Dich glücklich macht – und zwar viel davon!“

Lasst es euch gutgehen und tut das eurige dazu 🙏

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Der WingsForLifeWorldRun in München..

Ihr Lieben,

jetzt komme ich endlich dazu, meine Eindrücke vom heutigen Tag aufzuschreiben.

Der heutige Tag startete bereits gestern mit der Vorbereitung und der Anreise nach München. Der WingsForLifeWorldRun stand an. Die gestrige Wettermeldung für heute sagte: „kalt, Schneeregen, ungemütlich“ und ich dachte „na danke! – DA hab ich ja richtig Lust drauf, noch vor dem Start bei so ’nem Wetter über ne halbe Stunde im Startblock stehen zu müssen“🙈.

Vorsorglich habe ich mir mehrere Laufklamotten eingepackt und das war auch gut so.
Anstelle der angedachten Langarm-Laufoberteil mit Laufjacke drüber-Lösung, wurde das Langarm-Laufoberteil, aber mit einem Shirt drüber draus. Das hat gut gepasst, mit Jacke wäre es mir zu warm geworden. Aber die Handschuhe durften nicht fehlen, denn die Temperaturen waren doch morgens noch 3°C, Tendenz steigend.

Aber das Wetter war uns Läufern gnädig! Während es vor dem Start trocken von oben war, hat es kurz nach dem Start nur mal eben kurz geschneeregnet, dann aber wieder aufgehört und den Rest des Laufes lief alles wettertechnisch ganz wunderbar 👍🏻.

Nächster Punkt: das richtige Frühstück. Beim Laufen ist es wichtig, vorher ordentlich zu essen, um genügend Kohlehydrate im Körper zu haben. Ich habe zudem schon 1 Stunde vor dem Start meine Basalrate runter reduziert, damit ich während des Laufes keinen Unterzucker erlebe. Im vergangenen Jahr ist mir das tatsächlich passiert und ich kann natürlich im Unterzucker nicht im gleichen Tempo weiterlaufen, sondern muss ne Pause machen bzw. deutlich langsamer gehen. Lieber mit einem etwas erhöhten Blutzucker starten, das klappt besser. Und ganz wichtig ist dabei: ausreichend Kohlehydrate während des Laufes mit sich führen.

Ich war also heute ausgestattet mit 3 Gels, wovon ich nur eines verbraucht habe.
Aber hey – es hätte ja auch anders kommen können… 🤷‍♀️

Begleitet wurde ich heute von der lieben Maike, die ansonsten gerne Marathons läuft und wirklich nur mir zuliebe heute frei von jeglichen Ambitionen dabei war.
Als mein Bremser, als mein Pacemaker, als mein „Wasserträger“, als mein Motivator, als die, die mich am Ende noch in mein persönliches Ziel gezogen hat.
Mein Dank wird Dir ewig hinterher schleichen!!!! 🙏🏻😍

Meine Freundin Barbara, mit der ich letztes Jahr zusammen lief, habe ich im Startblock irgendwie verpasst blöderweise, aber auf der Strecke sind wir uns dann doch noch begegnet. Auch sie muss ihren Diabetes im Blick behalten und hat aber trotz vor ein paar Tagen verknacksten Knöchel ein super Rennen abgeliefert!

Letztlich hat uns dann bei 7,47km das Catcher Car überholt – was 3 km mehr waren, als im vergangenen Jahr. Als die Fahrräder von hinten ankamen und gerufen wurde „alle nach rechts, das Catcher Car kommt“, haben wir noch das letzte raus geholt. Mit Maike an der Hand bin ich tatsächlich noch ein paar Meter weiter gekommen, sie hat mich gezogen bzw. über mich hinaus wachsen lassen.

Ich bin total mit dem Ergebnis zufrieden und freue mich, im nächsten Jahr dann wirklich die 10km anzugehen. Immerhin hab ich mich von 4,42km auf 7,47km gesteigert.
Das ist durchaus ausbaufähig.

Der Blutzucker hat sich auch recht ordentlich verhalten, ich habe wieder mehr über mich und das Laufen gelernt und war nebenbei sogar noch für den guten Zweck unterwegs.
Dieses „running for those who can´t“ passt einfach zu mir – denn niemand weiß, wie es mir selber irgendwann mal gehen wird. Das ist zwar nicht direkt gleich zu setzen, aber anderen zu helfen und sie zu unterstützen ist mir ein wichtiges persönliches Anliegen – soweit es mir eben möglich ist.

DANKE 🏅

 

 

Welt-MS-Tag reloaded 😊

Jedes Jahr aufs Neue, mache ich und machen wir uns bei den Albatrossen Gedanken, was uns für das jeweilige Jahr passendes zum Welt-MS-Tag einfällt.

Da waren schon etliche Dinge dabei, die guten Anklang fanden und für 2018 war der Plan „wir machen nix“!

Nun ist es aber genauso, als wenn man zu einer Feier eingeladen ist und es heißt „ich möchte nix, brauchst nix mitbringen“ – ne Kleinigkeit findet sich immer 😊👍🏻.

Und so war es auch im Vorfeld zum diesjährigen Welt-MS-Tag wieder.. 🤷‍♀️

Dieses „nix“ unter dem Motto „unheilbar optimistisch“ ist nun:

– 1 Infostand heute Vormittag im örtlichen auf Neurologie spezialisierten Krankenhaus Hohe Warte, unterstützt von der Beratungsstelle Bayreuth

– 1 Kurzbeitrag in der Zeitschrift „Kontakt“ der DMSG, Landesverband Bayern

und

– 1 Interview beim lokalen Radiosender „Radio Mainwelle“ (das schon am Montag aufgezeichnet wurde, zu finden hier:

Aber auch der Rest der Albatrosse war fleißig: Andrea von Yogacraft hat der lokalen Presse ein Interview gegeben

und auch Steffi war heute für Roche bzw. „trotz MS“ in Frankfurt unterwegs und hatte Spaß 😊

Also alles in allem war das ziemlich viel NIX an dem heutigen Tag 😅✌🏻🙏🏻

Dazu passend wurden heute mega viele Blogeinträge rund um den Welt-MS-Tag geschrieben und über zig Veranstaltungen berichtet – also ein voller Erfolg, um die Öffentlichkeit zu informieren und diese Krankheit etwas nahbarer zu machen

💪🏻🍀💖

Neuling in Bloggerhausen – ich stelle vor! 😃

Ihr Lieben,

die Überschrift lässt vieles vermuten.. Wir haben einen Neuling in Bloggerhausen! Soll ich das sein? Möchte ich MICH vorstellen? Immerhin blogge ich ja schon längere Zeit – obwohl immer wieder lange Pausen dazwischen sind.
Das ist einfach den Umständen geschuldet, dass ein Instagram-Eintrag z.b. schneller verfasst ist, als ein ganze Blogpost.
Ihr seht das anders? Ich seh das so…
Mir „fließt“ nicht einfach so ein Text aus den Fingern, obwohl ich viele Ideen im Kopf hab ☺ Meistens genau dann, wenn gerade nichts da ist, um „bequem“ einen Eintrag tippen zu können. Über das Handy habe ich tatsächlich schon mal einen Eintrag geschrieben.. aber das ist wirklich nicht meine erste Wahl 🙅.
Auf später verschieben ist auch keine so gute Idee, denn dann geht es manchmal verloren, weil so viele Dinge im Kopf herumschwirren..

Um mal wieder zurück zum Thema zu kommen..
Ich möchte euch jemanden vorstellen! Eine liebe Freundin, die ich nun schon mehrere Jahre kenne (obwohl Facebook etwas anderes behauptet, aber was wissen die schon… 😅). Ich habe sie kennengelernt, nachdem ein Zeitungsartikel über mich bzw. meinen Umgang mit der Multiplen Sklerose veröffentlicht wurde.

Sie steht mir bei der Leitung unserer Selbsthilfegruppe Albatros Bayreuth unterstützend zur Seite und ich schätze ihre Hilfe sehr! Ich habe oft irgendwelche schrägen Ideen und sie ist dann diejenige, die mit Verstand und Logik an die Sache ran geht und mir auch manchmal sagt „naja….. soooooo der Knaller ist das jetzt nicht“ 😄

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Von ihr habe ich auch den Satz „es gibt keine Zufälle – es fällt einem zu, was fällig ist“ gelernt (natürlich stammt der nicht direkt von ihr, aber sie hat mich zu dem Zitat gebracht, das sich für mich immer mehr bewahrheitet) – alles hat einen tieferen Sinn und Grund im Leben, auch wenn man diesen erst Jahre oder Jahrzehnte später erkennen mag.
Nun aber genug der Vorrede – jetzt ist Steffi dran!!

Bitteschön 😘

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Sodele,

vor immerhin einem Viertel Jahr entstand die Idee, dass ich Beate mal ein paar Fragen im Interwiev-modus beantworte, damit sie das Ganze dann auf ihrer Homepage nett präsentieren kann und in diesem Atemzug dann auch gleich einen Hinweis auf meine nigelnagelneue und noch immer im Aufbau befindliche Homepage verlinken kann.

Quasi eine Win-Win-Situation – eine super Idee, ganz einfach und schnell erledigt……..tja, es sei denn, man heißt Steffi, ist Anfang 50 und setzt manchmal die Prioritäten an anderen Stellen.

Aber genug gejammert – jetzt sitze ich ja hier und mache meine Hausaufgaben 😊

Also, ich bin noch immer die Steffi, zarte 51 Jahre jung und habe 2 eigene und 2 gepachworkte Kinder. Mein großer Sohn schickt sich an, dieses Jahr 30 Jahre alt zu werden, meine Prinzessin kommt gerade in die Pubertät – eine Zeit, vor der sich alle Eltern mehr oder weniger gruseln. Die zwei gepachworkten Jungs liegen mit fast 20 und 17 genau mitten drin (wie unschwer zu erkennen ist, gab es genug gute Gründe, die Prioritäten im letzten viertel Jahr anderweitig zu positionieren).

Geboren wurde ich im schönen Sachsen (wo die hübschen Mädchen wachsen) und habe vor 13 Jahren meine Zelte in Oberfranken aufgeschlagen. Ein Schritt, den ich nie bereut habe, denn hier habe ich tatsächlich Wurzeln geschlagen. Seit ich hier lebe, fahre ich zu Besuch nach Sachsen und wenn ich zurückkomme, komme ich nach Hause.

Die Diagnose MS bekam ich am 28.10.2011 von meinem damaligen Neurologen mitgeteilt. Wie bei so vielen MS-lern hatte es sich die MS (aus heutiger Sicht) bereits Jahre vorher gemütlich gemacht bei mir.  2011 war dann offenbar die richtige Zeit gekommen, um sie zu entlarven.

Mein Leben hat sich seitdem ziemlich verändert. Am bemerkenswertesten ist sicher der Umstand, dass ich seit geraumer Zeit nicht mehr Vollzeit arbeiten gehe.

Bemerkenswert deshalb, weil ich mich seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn(en) immer sehr stark über meine Jobs definiert habe. Immer mehr machen und geben, als gefordert wird, sehr ehrgeizig immer wieder neue, höhere Ziele verfolgen.

Hier hat mir die MS sehr schnell beigebracht, dass es SO keinesfalls weiter gehen kann und wird. Vielleicht war dieses Leben unter Volldampf ja auch ein Grund, warum die MS zu mir zog?

Jedenfalls beziehe ich seit 2014 eine Teilerwerbsminderungsrente, welche mich finanziell in die Lage versetzt, „nur noch“ halbtags zu arbeiten.

Warum ich blogge?

Auch hier muss ich feststellen, dass alles zu seiner Zeit geschieht. Ich hatte bis heute ein durchaus sehr aufregendes Leben und habe in vielen Situationen gedacht – DAS müsste ich in einem Buch aufschreiben. Ich wusste nur nie, wie ich das anfangen soll und hatte vergessen, dass ja auch die Besteigung eines Berges immer mit dem ersten Schritt beginnt. Ich hatte schlichtweg Angst vor so einem großen Projekt wie einem ganzem Buch nur mit Gedanken und Erlebnissen, die mich betreffen. Wen sollte das wohl interessieren?

Dann kam eines Tages die Anfrage, was ich denn davon halten würde, mit anderen MS-Betroffenen über das / mein Leben mit MS zu berichten in Form von Blogbeiträgen, die (ohne großen Termindruck – DAS ist das Wichtigste) dann in gewissen Zeitabständen veröffentlicht werden. Die Idee gefiel mir vom ersten Moment an also lies ich mich auf das „Abenteuer“ ein. Ich stellte sehr schnell fest, das ich mich in dem Metier zu Hause fühle. Es gibt Zeiten, da ist weder Zeit noch Raum in meinem Kopf, für irgendwelche Beiträge. Aber es gibt auch Zeiten, in denen sprudeln die Ideen nur so aus mir heraus und zwar so viele Ideen, dass es auch noch für eine private Seite ausreicht. DAS war der Grund, warum ich nun auch meine eigene Seite angefangen habe aufzubauen.

Ich werde Zeiten haben, wo ich mein Hirn anderweitig einsetzen muss/will/werde aber es wird auch Zeiten geben, in denen die Ideen nur so purzeln und dann wird meine Seite wachsen und gedeihen. Es wäre wunderschön, wenn ich mit meinen Gedanken und Geschichten andere Menschen berühren kann – mehr wünsche ich mir nicht.

Oberste Priorität: alles kann, nichts muss! Es passiert alles zu seiner Zeit!

Von Herzen Steffi

https://www.trotzdemlebensmutig.com/

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