On the run….

Ihr Lieben,

vor kurzem freute ich mich noch darüber, endlich in Urlaub zu fahren.
Gestern sind wir nach einer Woche schon wieder nach Hause gekommen.
Die Zeit rennt förmlich vor sich hin und manchmal hat man das Gefühl, kaum hinterher zu kommen.
Diese eine Woche war aber dermaßen entspannend, dass sogar so mancher Anruf vergessen wurde, der dann eben erst in ner nächsten Woche erledigt werden kann.

Sei´s drum 😊

Was mich aber aktuell umtreibt, ist der Umstand, dass es bereits am kommenden Freitag, also in wenigen Tagen wieder für mich auf Reisen geht.

Vom nördlichsten Punkt Deutschlands in der zurückliegenden Woche an den so ziemlich südlichsten Punkt Europas am bevorstehenden Wochenende.  Das alles per Flugzeug und mit einem mächtig schlechtem Gewissen, wegen der CO2-Bilanz und so.
Hätte ich mit dem Zug anreisen wollen, wäre ich tatsächlich 1 Tag und 14 Stunden unterwegs gewesen, was als Road Trip zwar ganz lustig wäre, wenn man aber ein gewisses Zeitgerüst hat, dann doch eher unpassend ist 😅.

Denn: ich folge einer Einladung von #abbott zum #dxlisbon2019 – einem Bloggertreffen, ähnlich dem, das mich kürzlich erst nach #Berlin gebracht hat, diesmal nur international!
Ich bin ja keine gewerbliche Bloggerin, die damit Einkünfte erzielt und/oder wechselnde Produktwerbungen in ihrem Blog vereint. Ich nehme mir die Freiheit, darüber zu berichten, was mich bewegt und was mir wichtig ist. Es muss einfach zu meinem Leben passen, damit ein Thema, ein Produkt oder eine Idee bei mir Gehör findet. In diesem Fall ist das so.

Die Firma Abbott vertreibt den #freestylelibre, der mir persönlich mit meinem Diabetes schon sehr viel Freiheit verschafft hat. Ein einfaches Scannen des Sensors, der als kleiner runder Punkt unterm Shirt durchschaut oder direkt offen am Arm getragen wird und zack, weiß man seinen Blutzuckerwert. Okay, nicht den exakten Wert, den man ansonsten durch einen Blutzuckertest mit einem Pieks in den Finger wüsste – aber diese ca. 20 Minuten Verzögerung sind deshalb meist vernachlässigbar, weil der Sensor, dessen Messfaden im Unterhautfettgewebe liegt, einen dauerhaften Verlauf anzeigt und man so abschätzen kann, in welche Richtung sich der Wert gerade befindet. Diese wird meist auch per Pfeile angezeigt, also ⬆️ für „Wert steigt schnell“, ↗️ für „Wert steigt leicht“, ➡️ für „Wert hält sich“, ↘️ für „Obacht, Wert sinkt“ und ⬇️ für „Wiuwiuwiu, Wert fällt rasch – tu was dagegen!“

Noch besser klappt das mit den neuen Sensoren, also denen der 2. Generation, die ich allerdings ab Ende des Sommers verrezeptiert bekommen kann.  Aber soviel Geduld werde ich einfach noch aufbringen müssen, es hilft nix.
Hier kann man dann Warnmeldungen per Smartphone empfangen, wenn der Blutzuckerwert einen gewissen Wert unter- oder überschreitet.
Das ist eine tolle Neuerung in Sachen Diabetesmanagement!

Am besten gefällt mir am Libre, dass der Sensor im Vergleich zu anderen Systemen relativ flach ist bzw. kaum aufträgt.

Ich weiß, dass man sich nicht verstecken muss und sollte, nur weil evtl. etwas anders ist, als „normal“ – wobei hier auch immer wieder die Frage entsteht „was ist wirklich normal und wer entscheidet das?!“. Aber ich komme immer ins Schmunzeln, wenn im Gespräch mit unterschiedlichen Leuten der Diabetes oder auch z.b. die MS Thema werden und dann der von vielen bekannte Spruch „aber man sieht dir gar nix an!?“ kommt. JA und ich mag das so. Selbst wenn man mir etwas ansähe, wäre ich doch weiterhin genauso der gleiche Mensch, der ich heute bin.

Ob mit kleinen Helferlein oder ohne ist es trotz allem wichtig, auch auf seinen Körper zu hören und sich nicht zu sehr auf die Technik zu verlassen.
Wie gesagt, sie erleichtert einem vieles, aber dennoch kennt sich der Mensch doch am besten, sofern er oder sie ein gutes Körpergefühl hat.

Und wenn mir vom Libre ein Wert angezeigt wird, der meinem Empfinden nach einfach nicht passen kann, dann wird einfach blutig nachgemessen und ermittelt, woran es nun liegen könnte.  Ich habe besonders bei Sonne ab und an das Problem, dass ich gerade dann nicht messen kann bzw. keinen Wert angezeigt bekomme, weil die Meldung sagt „kein Wert – Sensor zu warm“.  Hm, ist zwar für den Moment dann doof und ärgerlich, aber meist kennt man sich selbst und seine Reaktionen auf gewisse Umstände und kann dann eine Lösung finden. Klar nehme ich z.b. zu einem Lauf nicht extra noch mein 2. Messgerät mit, da ich ja nie so weit laufe von der Entfernung her, aber Traubenzucker oder ein DextroseGel ist mindestens als Reserve dabei.

Wenn ich denn aber längere Distanzen unterwegs bin, gerne auch mit dem Rad oder bei einer Wanderung, habe ich den Piekser für die blutige Messung IMMER dabei, so auch z.b. im Büro. Einmal ist es mir passiert, dass ich mir versehentlich den Sensor am Türrahmen abgerissen hatte und weil ich unvorbereitet war. Mein Messgerät lag aus welchem Grund auch immer zuhause. Ich bin dann in die nahegelegene Apotheke gegangen und hab mir dort den Blutzucker messen lassen.

Daraus habe ich gelernt!
Du darfst spontan sein, wenn Du drauf vorbereitet bist 😄

Beim #Wingsforliferun in München war es gerade andersherum, da kam im Laufe des Laufes dann mal die Meldung „kein Wert, Sensor zu kalt“ und ich dachte „uff, was soll denn DAS jetzt bitte?!“ – aber: aus der Erfahrung heraus wusste ich ja, was ich in der Zeit vorher für einen Wert hatte und mit welchem Wert ich gestartet bin und so konnte ich das dann für kurz mal ignorieren.

Blutzuckerwerte ignorieren kann man mal für eine kürzere Zeit machen – solange sie sich danach wieder einpendeln, kein Problem. Aber ein dauerhaft zu hoher oder zu niedriger Wert kann tatsächlich ungute Auswirkungen haben.
Wenn man zu oft einen zu niedrigen Blutzuckerwert hat und diesen so akzeptiert, kann das das Empfinden für einen Unterzucker schwächen. Sprich, man hat dann Mühe, einen Unterzucker als solchen zu erkennen. Wenn man Pech hat, kippt man einfach um, weil man es einfach nicht gespürt hat, wie der Blutzucker abrauscht.

Wenn der Blutzucker aber über längere Zeit erhöht ist, können sich Schäden an den inneren Organen bilden, die Niere auf längere Zeit schlapp machen. Sie hat ja dann nix anderes zu tun, als dauernd den Zucker zu verstoffwechseln. Die Augen können auch Schaden nehmen oder es kann zu tauben Füssen kommen aufgrund der schlechten Durchblutung durch die Überbelastung der Nieren.

Das sind mögliche Folgen, daher ist es immer ratsam, gut auf sich und seine Gesundheit zu achten!

Aber nochmal zurück zum eigentlichen Thema – manchmal verfranze ich mich und meine Gedanken überholen sich selbst 🙈

Ich werde also bald schon wieder mal unterwegs sein und diese Woche nur kurz mal arbeiten gehen. Das ist mein Alltag und das ist auch gut so 👍
Die Zeit rennt dennoch gefühlt so vor sich hin und das sogar so, dass ich heute morgen gar nicht mehr an das heutige besondere Datum gedacht habe 💑 💖 *oops*

Genießt alle eure Zeit und macht das für euch Beste aus eurem Leben –
ihr habt nur das eine!

Ihr lieben,

der eine oder andere mag es in so manchem sozialen Netzwerk mitbekommen haben, wir sind im Urlaub!!

Ein Urlaub, der so dringend notwendig wie auch angebracht war. Die Woche davor war eine typische Vor-Urlaubs-Woche. Sowohl beruflich, als auch privat.

„Wie immer“ ploppten Termine auf, die am besten schon vorgestern hätten erledigt sein sollen, die Führungsriege war nicht oder nur selten anzutreffen, Kollegen waren krank oder in Urlaub – der übliche Wahnsinn eben.

Dazu kam, dass mein Mann auch beruflich stark eingespannt und kaum zuhause war, weshalb zumindest gefühlt alles auf meinen Schultern lastete.

Daher konnte ich leider in der vergangenen Woche kein einziges Mal laufen. Der einzige zeitlich passende Termin hat dann mit meinem Blutzucker nicht geklappt 🤷‍♀️ aber egal, daran sterbe ich nicht.

Aber nun sind wir im Urlaub angekommen. Auf der herrlichen Insel Rügen 🥰.

Mein Plan heute ganz klar: „kurze Runde laufen und auf dem Rückweg beim nahen Bäcker die Frühstücksbrötchen jagen“.

Gesagt, getan. Es war eine wirklich kurze Runde (laufen auf selbst nassem Strand fühlt sich an wie 2 Schritte vor, einer zurück), aber hey – ich bin entspannt am Strand gerunnt , das erste mal in meinem Leben 😁👍🏻🏃‍♀️

Wir werden weiter den Urlaub genießen und mir bleibt nur noch, euch eine tolle Zeit zu wünschen 👍🏻.

Genießt euer Leben und macht viel von dem, was euch glücklich macht – darauf kommt es an! 🙏🏻🥰🍀🎈

Über Dankbarkeit…

Ihr Lieben,

gar nicht so lange ist mein letzter Blogeintrag nun her – der aufmerksame Leser kann sich sicherlich erinnern 🙂

Aber dieser Eintrag hier schlummert schon seit längerem.
Das Thema heute ist „DANKBARKEIT“.

„Dankbare Menschen sind glücklicher, weniger depressiv, weniger unter Stress und zufriedener mit ihrem Leben und ihren sozialen Beziehungen.[19][22][23] Dankbare Menschen haben auch ihre Umgebung, ihr persönliches Wachstum, ihren Lebenssinn und ihr Selbstwertgefühl besser unter Kontrolle.[24] Dankbare Menschen haben mehr positive Möglichkeiten mit den Schwierigkeiten in ihrem Leben umzugehen, bitten andere Menschen wahrscheinlicher um Unterstützung, wachsen anhand dieser Erfahrung und verwenden mehr Zeit, um zu planen, wie sie mit dem jeweiligen Problem umgehen sollen.[25] Dankbare Menschen haben auch weniger negative Bewältigungsstrategien, versuchen weniger leicht, das jeweilige Problem zu vermeiden oder wegzudefinieren, sie suchen Schuld weniger bei sich selbst oder bewältigen das Problem weniger durch Drogengebrauch.[25] Dankbare Menschen schlafen besser, vermutlich weil sie weniger negative, mehr positive Gedanken vor dem Einschlafen haben.“

Das alles sagt uns Wikipedia 🙏

Nun wäre ich ja nicht ich, wenn ich nicht eigentlich einen ganz anderen, aber doch ähnlichen Blogeintrag schreiben wollte. Denn ich wollte meinen Blogeintrag schon zuerst „eine Ode an mein Immunsystem“ nennen – es wird in diese Richtung gehen :).

Es ist mir nach den jüngsten Ereignissen  noch mehr ein Anliegen, ein Loblied auf meine „andere“ Gesundheit zu singen. Nein, ich werde hier nun nicht die schiefesten Töne zum Besten geben, das gibt das geschriebene Wort leider nicht her. Aber ich habe schon längere Zeit den Gedanken, mich einfach mal bei diesem Ding namens Immunsystem zu bedanken. Das sogar ganz ernsthaft und ohne Jux.

Denn mein Immunsystem startete in jungen Jahren schon den Angriff auf meine Bauchspeicheldrüse und ich wurde somit innerhalb kurzer Zeit im Alter von 5 Jahren zum juvenilen insulinpflichtigen Typ1-Diabetiker. Die Ärzte können sich bis heute die Entstehung eines Typ1-Diabetes nicht erklären, wohl aber die Entstehung des Typ2. Der grundlegende Unterschied ist, dass bei dem Typ1 die Bauchspeicheldrüse kaum bis kein Insulin mehr produziert. Das ist das Hormon, dass im Stoffwechsel dafür sorgt, dass in der Leber die bei der vorherigen Mahlzeit zu sich genommenen Kohlehydrate ordentlich zerteilt verarbeitet und quasi abgebaut werden. Somit also der Gegenspieler der aufgenommenen Energie.

Bei dem Typ2-Diabetes wird noch Insulin produziert, das aber zu langsam und träge und kann somit mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und evtl. Tabletten behandelt werden.

Das war aber bei mir nicht der Fall. Die Diabetestherapie sah vor, dass man mit zwei verschiedenen Insulinen arbeitet.

– ein „Langzeitinsulin“, das morgens gespritzt wurde und für den ganzen Tag den grundlegenden Bedarf decken sollte, und
– ein „Normalinsulin“, das eine kürzere Wirkdauer hatte und eine gewisse Zeit vor den Mahlzeiten gespritzt werden musste.

Alles in das Unterhautfettgewebe: Bauch, Beine (also Oberschenkel) oder Po.

Und dazu musste regelmäßig der Blutzucker gemessen werden. Durch einen Pieks in die Fingerkuppe wurde ein Blutstropfen auf den Teststreifen getropft und erst nach 2 Minuten wusste ich meinen aktuellen Blutzuckerwert.

Man kann sich vorstellen, dass das für ein Kind und dessen Eltern alles andere als schön und angenehm war. Und dazu noch die unqualifizierten Kommentare mancher Dorfmitbewohner 🙄 „das hast jetzt davon, dass du immer Sahnebonbons genascht hast“ – und das ausgerechnet von derjenigen, die immer alle Kinder mit Bonbons versorgt hatte, die an ihrem Garten vorbei liefen (und das taten alle Kinder natürlich absichtlich öfters, weil sie ja wussten, da sind Bonbons zu bekommen 😅🤷‍♀️).

Jedenfalls war es im Kindesalter nicht einfach mit dem Diabetes. Bei Geburtstagsfeiern meiner Freunde hatte ich immer mein eigenes vorab abgemessenes Essen dabei, denn man konnte früher nicht „einfach so“ ein Kuchenstück genau abschätzen und wusste ja auch nicht, mit welchem Rezept dieser Kuchen gebacken wurde und wo sich in welcher Höhe die Kohlehydrate verstecken.

Eine Über- oder Unterzuckerung wollte niemand riskieren. Für meine Eltern war das auch eine sehr schwierige Situation, da es keine Selbsthilfegruppe oder ähnliches gab, wo man sich von anderen Eltern mit Typ1DiabetesKindern Anregungen hätte holen können – ein Erfahrungsaustausch fand somit nur hauptsächlich mit dem Kinderarzt statt bzw. dann mit der Mutter meiner „ältesten“ (damals noch Brief-)Freundin.

Wir lernten uns bei einer „Kur für diabetische Kinder und Jugendliche“ kennen und unsere Mütter haben damals für uns erst noch den Kontakt gehalten, bis wir uns dann selbst Briefe schrieben und uns gegenseitig besucht haben.

Einziger Nachteil: unterschiedliche Ferienzeiten zwischen Bayern und Schleswig-Holstein. Die haben sich jeweils nur für 1 Woche überschnitten und die wurde voll ausgenutzt! 👍🏻☺️ Jedenfalls waren das einfach noch ganz andere Zeiten im Gegensatz zu heute.

Erst kürzlich habe ich in Berlin Kathy und Mandy kennen gelernt.
Beides Mütter mit Kindern, die Diabetes haben. Sie kümmern sich und haben die Webseite https://kinder-mit-typ1-diabetes.net ins Leben gerufen.
Ich bin so dankbar dafür, dass heutige Eltern es um ein Vieles leichter haben, sich Infos anzulesen, zu sehen, wie andere Familien das so wuppen und vielleicht auch persönlich sich einen Rat holen können.

Natürlich ist jeder Mensch und besonders jedes Kind anders. Und natürlich muss bei B nicht genau das funktionieren, was bei A funktioniert. Aber das Gefühl zu haben, halbwegs aufgefangen zu werden, ist äußerst wertvoll!

Ich hatte das später in meiner Kindheit auch. Mein Diabetologe fragte mich, ob ich denn daran interessiert wäre, mich mit anderen diabetischen Kindern und Jugendlichen auszutauschen. Klar hatte ich Interesse 🙂 Man muss dazu sagen, dass dies in einer Zeit war, als es gerade erst so richtig anfing, mit diesem ominösen Internet, das noch kein wirkliches war. Es musste ein Modem angeschafft werden, man musste sich einwählen und konnte dann quasi in Kommandos kommunizieren. Alles noch nicht so schick, wie heute, aber für mich war das schon ein riesen Ding, das „Projekt-D„. Das tollste daran war, dass wir uns je nach Wohnortnähe auch öfter getroffen haben (okay, 2-3mal im Jahr).

So war ich z.b. mal zum Besuch eines Bayern-3-Festivals bei meiner Freundin Barbara, die in der Nähe von München wohnt. Dort hatte ich meine erste und einzige fetzen Hyperglykämie, also ein extremer Überzucker, der schlimmstenfalls lebensbedrohlich enden kann. Klar, ich hatte meine Werte nicht im Griff, hab gedacht „ach das passt schon“ und naja… war nicht so schön 😦

Aber das hat uns irgendwie so zusammengeschweißt! Und auch wenn wir uns eine zeitlang dazwischen nicht gesehen hatten, kommt das nun wieder häufiger vor.
Z.B. beim Wings-For-Life-Run 🙂 Und da kommen wir passenderweise wieder zum Thema Dankbarkeit.

Nun heißt mein Blog ja nicht Chronischhoch3, wenn es sich nur um den Diabetes drehen würde. Bei mir kam dann in 2002 noch eine weitere Diagnose dazu, die an sich eher mal nicht so wirklich besorgniserregend war – im täglichen Leben aber auch einfach quasi mit abgehandelt werden muss(te). Hashimoto, eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Moment.. eine Autoimmunreaktion, ähnlich dem Diabetes.
Man könnte meinen, ich kann mich selbst nicht leiden? Naja.. zuweilen mag das zutreffen. Manchmal habe ich schon Launen, da mag ich mich wirklich nicht so gut leiden. Aber deshalb selber gegen mich vorgehen? Nee…. viel zu anstrengend 🙂

Das war nun also das nächste Brett, für mich aber mit einer morgendlichen Tablette gut behandelbar. Der Diabetes brauchte da immer eine größere Aufmerksamkeit.

Kommen wir nun also zu Nummer 3, die MS (Multiple Sklerose, viele Entzündungen).
Moment – ist nicht meine Schilddrüse schon chronisch entzündet? Und ist nicht auch der Diabetes eine Autoimmunerkrankung? JA, richtig, volle Punktzahl!

Die MS bekam ich diagnostiziert, als ich gerade den schönsten Tag meines Lebens hinter mir hatte. Meine Hochzeit. Sicherlich hatte ich davor und danach auch schon viele schöne Tage, aber das ist ein Klischee, mit dem ich nun gerade mal spielen mag.
Denn in echt war der Tag zwar wirklich superschön (und natürlich perfekt geplant, was sonst), aber so wirklich bewusst habe ich die Hochzeit nicht erlebt.
Zum einen habe ich (wie passend) auf dem linken Auge wie durch einen weißen Schleier gesehen. Die kortisonhaltigen Augentropfen, die mir die Augenärztin vorher mitgegeben hatte, wirkten eher so lálá.

Ich erinnere mich, dass ich in der Kirche sogar fast mein Ehegelübde vergessen hatte, das ich gleichzeitig mit meinem Mann sprach. War es die Nervosität? Der Blutzuckerspiegel? Die Aufregung? Wer weiß…. Ich hing mit den Augen an den Lippen meines Mannes und irgendwie haben wir es doch hingebracht 🙂

Dann hieß es am Montag drauf erstmal „geh mal ins Krankenhaus und lass ein MRT machen“. Ja hätte mir mal einer zu dem Zeitpunkt erzählt, was ein MRT ist und was man da sonst noch so für tolle Untersuchungen anstellt.. ich wäre vermutlich nicht so naiv gewesen zu denken „ach das geht ja schnell.. wir können dann noch schön irgendwo mittag essen gehen“. Nee, es hieß „Sie dürfen gleich hierbleiben“. Ich fand mich dann in einem Krankenzimmer wieder, mir wurde Kortison intravenös verabreicht und ich wusste gar nicht, was um mich herum geschieht und was das alles soll.

2 Tage später kam dann der Oberarzt, redete etwas von MS und dass ich doch sicherlich schon mit der MS-Schwester gesprochen hätte (wer? wie? was? oder auch: Häääää????) und ich hab gar nix mehr gecheckt. Erst im Anschluss bekam ich mit, was diese 2 Buchstaben überhaupt bedeuten. Nämlich (mal wieder) eine entzündliche Krankheit, bei der die T-Zellen des Immunsystems verrückt spielen und das eigene Nervengewebe angreifen.

Ja danke auch 😦 Reicht es nicht schon, was ich so schon alles mit mir herumschleppe?
Das war keine wirklich einfache Zeit für mich.. aber noch schlimmer war es, meiner Schwester davon zu erzählen. Immerhin – ich wusste, dass sie eine Freundin hat mit MS, aber ich wusste nicht, wie es ihr in dem Moment geht. Und das hat mich noch mehr fertig gemacht, weil ich dachte „wenn es der Freundin grad schlecht geht, wie sehr macht sich meine Schwester dann Sorgen um mich? Oder geht es ihr grad gut? Das wäre dann um ein Vielfaches leichter…“

Aber auch das haben wir hinbekommen. Und meine wichtigste Stütze bei allem war und ist seitdem mein Mann. Denn anstelle schreiend davon zu laufen, hat er sich neben mich aufs Bett gesetzt und gesagt „hey… wir schaffen das!“

Das ist nun 12 Jahre her und in dieser Zeit ist so viel passiert. Wir haben einen gesunden, fidelen Sohn bekommen und viel erlebt.

Seit ich etwa 2 Jahre nach der MS-Diagnose angefangen habe, mein Leben genauer anzuschauen und festzustellen „hey.. warum stresst Du Dich selbst eigentlich so? Was soll das?“ und dann natürlich auch Dinge geändert habe, erlebe ich mein Leben viel mehr als Geschenk, als ich das noch viele Jahre vorher konnte.

Denn es ist in den meisten Fällen so, dass viele Dinge gar nicht aufregenswert sind, wenn man selbst kein Drama draus macht. Meint: manchmal tut es einem besonders gut, über Dinge zu lachen, anstelle sich zu grämen.

Das ist aber keine leichte Übung und es ist wie beim Sport auch. Ein Muskel braucht viel länger, bis er stark wird, aber ist umso schneller wieder schwächer, wenn er nicht gefordert und weiterhin trainiert wird. Und auch hier komme ich wieder zum Thema Dankbarkeit und somit schließt sich der Kreis.

Ich bin total dankbar, dass ich das 2. Mal den WingsForLifeWorldRun mitlaufen konnte und dass mein Körper da so gut mitgemacht hat. Den Trainingslauf dafür konnte ich bei der Gesundheitsmesse in Bindlach erledigen, als ich hauptsächlich mit Steffi in Sachen MS unterwegs gewesen war.
Ich habe auf vielen Ebenen so tolle Menschen kennen lernen dürfen, die ich sonst gar nicht kennen würde. Sie alle aufzuzählen würde hier völlig den Rahmen sprengen.
Aber was ich sagen kann, ist: meine Krankheiten bzw. Handicaps haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und haben mich so viel lernen lassen vom Leben, aber auch von den Menschen, die mich begleiten oder die ich begleite,

Denn das erfüllt mich: anderen zu helfen und Gutes zu tun – weil ich hoffe, dass jemand anderes es vielleicht später auch mal gut mit mir meint, falls ich mal nicht mehr so kann, wie aktuell. Die Zukunft ist ungewiss, die Vergangenheit ist vergangen – wir können nur die Gegenwart beeinflussen.

Und darum rate ich immer gerne jedem, der es hören mag oder auch nicht:
„Tu, was Dich glücklich macht – und zwar viel davon!“

Lasst es euch gutgehen und tut das eurige dazu 🙏

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Der WingsForLifeWorldRun in München..

Ihr Lieben,

jetzt komme ich endlich dazu, meine Eindrücke vom heutigen Tag aufzuschreiben.

Der heutige Tag startete bereits gestern mit der Vorbereitung und der Anreise nach München. Der WingsForLifeWorldRun stand an. Die gestrige Wettermeldung für heute sagte: „kalt, Schneeregen, ungemütlich“ und ich dachte „na danke! – DA hab ich ja richtig Lust drauf, noch vor dem Start bei so ’nem Wetter über ne halbe Stunde im Startblock stehen zu müssen“🙈.

Vorsorglich habe ich mir mehrere Laufklamotten eingepackt und das war auch gut so.
Anstelle der angedachten Langarm-Laufoberteil mit Laufjacke drüber-Lösung, wurde das Langarm-Laufoberteil, aber mit einem Shirt drüber draus. Das hat gut gepasst, mit Jacke wäre es mir zu warm geworden. Aber die Handschuhe durften nicht fehlen, denn die Temperaturen waren doch morgens noch 3°C, Tendenz steigend.

Aber das Wetter war uns Läufern gnädig! Während es vor dem Start trocken von oben war, hat es kurz nach dem Start nur mal eben kurz geschneeregnet, dann aber wieder aufgehört und den Rest des Laufes lief alles wettertechnisch ganz wunderbar 👍🏻.

Nächster Punkt: das richtige Frühstück. Beim Laufen ist es wichtig, vorher ordentlich zu essen, um genügend Kohlehydrate im Körper zu haben. Ich habe zudem schon 1 Stunde vor dem Start meine Basalrate runter reduziert, damit ich während des Laufes keinen Unterzucker erlebe. Im vergangenen Jahr ist mir das tatsächlich passiert und ich kann natürlich im Unterzucker nicht im gleichen Tempo weiterlaufen, sondern muss ne Pause machen bzw. deutlich langsamer gehen. Lieber mit einem etwas erhöhten Blutzucker starten, das klappt besser. Und ganz wichtig ist dabei: ausreichend Kohlehydrate während des Laufes mit sich führen.

Ich war also heute ausgestattet mit 3 Gels, wovon ich nur eines verbraucht habe.
Aber hey – es hätte ja auch anders kommen können… 🤷‍♀️

Begleitet wurde ich heute von der lieben Maike, die ansonsten gerne Marathons läuft und wirklich nur mir zuliebe heute frei von jeglichen Ambitionen dabei war.
Als mein Bremser, als mein Pacemaker, als mein „Wasserträger“, als mein Motivator, als die, die mich am Ende noch in mein persönliches Ziel gezogen hat.
Mein Dank wird Dir ewig hinterher schleichen!!!! 🙏🏻😍

Meine Freundin Barbara, mit der ich letztes Jahr zusammen lief, habe ich im Startblock irgendwie verpasst blöderweise, aber auf der Strecke sind wir uns dann doch noch begegnet. Auch sie muss ihren Diabetes im Blick behalten und hat aber trotz vor ein paar Tagen verknacksten Knöchel ein super Rennen abgeliefert!

Letztlich hat uns dann bei 7,47km das Catcher Car überholt – was 3 km mehr waren, als im vergangenen Jahr. Als die Fahrräder von hinten ankamen und gerufen wurde „alle nach rechts, das Catcher Car kommt“, haben wir noch das letzte raus geholt. Mit Maike an der Hand bin ich tatsächlich noch ein paar Meter weiter gekommen, sie hat mich gezogen bzw. über mich hinaus wachsen lassen.

Ich bin total mit dem Ergebnis zufrieden und freue mich, im nächsten Jahr dann wirklich die 10km anzugehen. Immerhin hab ich mich von 4,42km auf 7,47km gesteigert.
Das ist durchaus ausbaufähig.

Der Blutzucker hat sich auch recht ordentlich verhalten, ich habe wieder mehr über mich und das Laufen gelernt und war nebenbei sogar noch für den guten Zweck unterwegs.
Dieses „running for those who can´t“ passt einfach zu mir – denn niemand weiß, wie es mir selber irgendwann mal gehen wird. Das ist zwar nicht direkt gleich zu setzen, aber anderen zu helfen und sie zu unterstützen ist mir ein wichtiges persönliches Anliegen – soweit es mir eben möglich ist.

DANKE 🏅

 

 

Laufend etwas anderes 🤷‍♀️

Ihr lieben,

diese Lauferei ist ja schon so ein Ding – man könnte mittlerweile meinen, mein Leben besteht aus nix anderem. Dem ist aber nicht so.

Mein Leben besteht zudem aus vielen Verpflichtungen, Dingen, um die ich mich kümmern sollte (und das auch tue) und wird nicht unmaßgeblich von bissl gesundheitlichem Gedöns begleitet.

Soweit normal. Nun bin ich aber auch noch vom weiblichen Geschlecht und darf/muss mich ca. alle ~4 Wochen mit hormonellen Eskapaden herumärgern, was dem Leben in so mancher Phase noch einen Zusatzlevel verpasst.

Somit gab es heute morgen vieles im Angebot:

– früh wach sein, aber lieber noch bissl liegen geblieben

– Blutzuckerspiegel nicht so ganz optimal für einen geplanten / gewünschten Lauf

– durch das herumbasteln am BZ-Wert (Kohlehydrate auftanken – die richtigen!) etliches an Zeit verloren

– das schlechte Gewissen („wie bekomme ich das zeitlich dann alles unter?“) mit dem Plan beruhigt, einfach schneller zu laufen (ha ha… genau… ich… 🙈)

– losgestürmt (mal wieder zu schnell am Anfang)

– zwischendrin gemerkt „oh, mein Puls hat mich schon überholt und läuft 100m voraus“

– Tempo rausgenommen

– BZ gemessen und ausgeglichen

– kurz auf die Bank in die Sonne gesetzt und erstmal das pochende Herz zur Ruhe kommen lassen

– mit dem vorbei-walkenden Dönermann („ich habe auch vegetarischen Döner“) weitergewalkt – kein Spaß! War ein nettes Gespräch 👍🏻

– dann nochmal losgelaufen und aus Zeitgründen den nächst-kürzesten Weg nach Hause eingeschlagen

– zuhause ankommen („Kind, die Mama liegt hier auf dem Liegestuhl und ist kaputt“ – „soll sie machen…“ – ich lieb euch auch 😘)

So: was hat mich heute morgen so zerlegt? Die Blutzuckerkapriolen? Der Blutverlust und der ganze hormonelle Kram?

Ja, liebe Männer – das ist einer der Punkte, womit ihr euch NICHT herumschlagen müsst… und weshalb Frauen manchmal auch bissl „dünnhäutig“ und weniger belastbar sind. Diesen Kampf müssen wir meist alleine ausfechten und uns manchmal dafür auch noch echt blöde Sprüche anhören 🤷‍♀️

Wer aus der Läuferinnenzunft kann etwas über dieses Thema sagen? Einfach den Lauf streichen wäre zu schade.

Die Lösung wird wohl sein, es so anzunehmen, wie es ist, weil motzen bekanntlich ja nicht viel hilft.

Ich wünsche euch allen ein tolles Osterfest – genießt die freien Tage 🙏🏻🎈🐣🐰

Laufen nach Plan? Egal.. hauptsache Spaß!

Ihr lieben

mich hat es heute morgen gepackt!

Der Göttergatte musste heute beizeiten los, der Herr Sohn hat bei einem Freund übernachtet, also konnte ich ganz nach meiner Zeit laufen und musste auf nix und niemanden Rücksicht nehmen.

Naja auf MICH bzw meinen Blutzucker musste ich schauen, aber das bekomme ich hin. Also startete ich gut gelaunt los und dachte zwischenzeitlich mal „was hast du dir da nur vorgenommen 🤭“.

Ich schlug einen Weg ein, wo ich wusste, das wird etwas länger werden.

IMG_3137.jpgNach der üblichen kurzen Pause rund um km 3 und kurzem sitzen in der Sonne (ach war das toll, das hätte ich noch länger ausgehalten 😅👍🏻), bin ich dann weiter gelaufen, denn irgendwann wird ja das Kind wieder angeliefert – da sollte ich zuhause sein

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Da es dann nur noch bergab ging, lief es quasi von alleine und ich bin immer wieder erfreut und dankbar, dass meine Beine das so gut mitmachen 🙏🏻.

Hach, irgendwie bin ich jetzt nicht mehr ganz so besorgt, wie das in 3 Wochen beim #WingsForLifeRun in München werden soll.. irgendwie wird’s 🙈😅