Da isser nun.. :)

..ver├Âffentlicht auf www.ms-persoenlich.de┬á┬á– ich freu mich sehr sehr sehr dar├╝ber Ôś║´ŞĆ

Dieser Blogeintrag ist in einer Zeit entstanden, als noch weder von Corona, noch meinem erst k├╝rzlich zur├╝ckliegenden letzten MS-Schub etwas zu ahnen war.

Die Entz├╝ndungen haben sich zur├╝ckgebildet und es geht mir wieder gut.
Cortison und viiiieeeel Ruhe sei Dank ­čśç

Aber lest selbst…
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Ihr Lieben,

dieser Blogeintrag ist entstanden, weil ich vor kurzem angerufen und gefragt wurde, ob ich mir vorstellen k├Ânnte, einen Blogbeitrag zum Thema „Beruf mit MS“ zu schreiben.

Da ich sehr schnell begeisterungsf├Ąhig bin und total davon angetan, weil MICH jemand nach quasi einer „Auftragsarbeit“ fragt, war meine spontane Antwort nat├╝rlich „Ja, gerne!“ ­čśä.

Zu dem Thema wei├č ich sogar einiges zu erz├Ąhlen.
Ich habe schon mehrere berufliche Stationen hinter mir und r├╝ckblickend betrachtet habe ich mich schon ├Âfter gefragt, ob die Multiple Sklerose bei mir schon fr├╝her eine Rolle spielte, als sie noch lange nicht diagnostiziert war.

So war ich mehrere Jahre im Einzelhandel t├Ątig, was in meinem Fall mit vielen ├ťberstunden aufgrund einer eher miserablen Schichteinteilung einher ging.
Kaum verwunderlich, dass ich dem ganzen nach einigen Jahren den R├╝cken gekehrt habe. Der n├Ąchste Weg hie├č: nebenberufliche Weiterbildung.

Als IHK-Fachwirtin waren meine Chancen vermeintlich h├Âher.
Dass ich w├Ąhrend der Weiterbildung ├Âfter mal mit Konzentrationsschwierigkeiten und teilweisen Wortfindungsst├Ârungen zu tun hatte, habe ich leichtsinnigerweise meinem schon seit der Kindheit bestehenden Diabetes zugeschrieben. Ob es tats├Ąchlich an der MS lag, l├Ąsst sich heute leider nicht mehr wirklich sagen.

Aber auch im sp├Ąteren Verlauf war ich jeweils stark gefordert und abends eher zu nicht mehr viel f├Ąhig – hier habe ich jeweils in Vollzeit gearbeitet. W├Ąhrenddessen erhielt ich auch meine MS-Diagnose. Ich wollte mir einfach nicht eingestehen, dass ich nun – neben Diabetes mellitus, der mich ohnehin fast den ganzen Tag besch├Ąftigt – noch einen zweiten Klotz am Bein habe. Wie bei so vielen kamen die typischen Verarbeitungsmuster: Erst Trauer, dann Verzweiflung, Wut, Trotz und dann irgendwann Akzeptanz..

Mit dieser Akzeptanz begann ich die MS als Geschenk zu sehen.
Ein Geschenk, das mir mein K├Ârper gemacht hat, um mich deutlich darauf hinzuweisen, dass man sich selbst nicht so unter Druck setzen sollte (das konnte ich gut und kann es immer noch in Teilen…).

Hier half mir besonders auch meine derzeitige Arbeitsstelle bei einer kommunalen Stadtverwaltung. Seit nun gut 8 Jahren sollte man ganz nach dem üblichen Klischee meinen, ich habe ein ruhiges Leben. Nun.. nicht alle Klischees treffen vollends zu.

Nach der Erziehungspause arbeite ich seitdem in Teilzeit und w├╝rde mich vermutlich auch keinen ganzen Tag mehr gut konzentrieren k├Ânnen. Das merke ich oft, wenn ich in meiner ehrenamtlichen T├Ątigkeit (Betreuung „meiner“ MS-Selbsthilfegruppe ­čĺŚ) manchmal einen ganzen Tag ein Seminar habe. Nach 5-6 Stunden ist der Kopf einfach dicht und ich nehme nichts mehr auf.

Das liegt evtl. daran, dass ich weiterhin ein hohes Pflichtbewusstsein habe und mich selbst manchmal ├╝ber die pers├Ânlichen Grenzen hinaus belaste. Das sp├╝re ich dann daran, dass ich wirklich lange brauche, um nachts zur Ruhe zu kommen, weil mich manche Dinge einfach nicht loslassen.

Mein Vorteil ist aber, dass ich nun schon seit mehreren Jahren mit Ausnahme einer kurzen Sehnerventz├╝ndung keine weiteren dauerhaften k├Ârperlichen Symptome der MS mehr bemerkt habe. Einzig Konzentrationsst├Ârungen und besonders kognitive Schwierigkeiten machen sich eher breit. ┬áAber ob das nun tats├Ąchlich mit der MS zu tun hat oder eine Folge unserer schnelllebigen Zeit mit ihren vielen Anspr├╝chen ist, l├Ąsst sich leider nie so genau trennen.

Meine Antwort auf die Frage „wie gehts Dir?“ lautet oft „alles gut“.
Denn im Vergleich (mit evtl. anderen oder mit der Zeit VOR bzw. direkt nach der Diagnose) geht es mir jetzt wirklich recht gut.

Ich versuche, so oft wie m├Âglich Zeit draussen an der frischen Luft zu verbringen, mich zu bewegen, viel Rad zu fahren oder ├╝berhaupt Dinge zu tun, die auch einem „gesunden Menschen“ helfen, fit zu bleiben.

An manchen Tagen kann ich mich aber auch so ├╝berhaupt nicht dazu aufraffen, weil sich der K├Ârper schwer wie Blei anf├╝hlt und ich ganz laut die Couch rufen h├Âre.

Dann bin ich aber auch so gro├čz├╝gig mir gegen├╝ber und sage „okay… heute dann halt nicht!“ Klingt nach Selbstf├╝rsorge? Ja, das ist es! Man muss nix erzwingen, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Diese Einstellung habe ich gelernt, bin somit etwas gelassener geworden und schaffe das sagen wir zu 80%. Dann ist es mir auch egal, ob ich im B├╝ro einen Stapel Arbeit, der mich schon seit einer Woche mahnend anschaut, nochmal zur Seite schiebe, weil ich w├Ąhrenddessen eine noch dringendere Arbeit erledige.

Es ist nie alles im gleichen Ma├če wichtig – man sollte einfach priorisieren und auch mal F├╝nfe gerade sein lassen k├Ânnen. Das Gras w├Ąchst bekanntlich auch nicht schneller, wenn man daran zieht.

Daher mein Fazit: MS & Beruf passen gut zusammen, wenn man das passende T├Ątigkeitsfeld f├╝r sich gefunden hat. Zu viel Hektik und Stress f├╝hren meiner Meinung nach zu ├ťberlastung, auf die (manchmal nicht nur die eigene) Unzufriedenheit folgt.
Und das l├Ąsst einen der K├Ârper sp├╝ren.

Daher rate ich auch immer jeder und jedem, die oder der es h├Âren mag (oder auch nicht): Do more of what makes you happy! Tue viel von dem, was dich gl├╝cklich macht – Dein K├Ârper und Deine Seele werden es Dir danken ­čĺľ­čÖĆ

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Dieser Blogeintrag ist eine Auftragsarbeit von „MS Einblick“ und spiegelt rein meine pers├Ânliche Meinung wider.

 

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